DIE ABTEI VON NONANTOLA UND IHRE ALTE KLOSTERANLAGE

 

Gegründet wurde die Abtei im Jahr 752 vom Benediktinermönch Hl. Anselm, dem Schwager des  Langobardenkönigs Aistulf, und war ursprünglich ein bedeutendes und einflussreiches kaiserliches Kloster.

 

Basilika von Papst Heiliger Silvester I

Der gegenwärtigen Kirche (Anfänge des 11. Jahrhunderts) wurde ihr eindrückliches romanisches Aussehen (1) wiedergegeben und zwar dank den Restaurierungen von 1913-17, welche die unpassenden Änderungen aus dem 16. – 17. Jahrhundert beseitigten.

 

DIE FRONTSEITE UND DAS PORTAL

Die aufgesetzte Fassade ist gekennzeichnet durch das zweibogige Fenster und das Säulenportal mit den auf stilisierten Löwen aufgestützten Säulen welche das prächtige, nach Wiligelmo (12. Jahrhundert) errichtete Portal (2) einrahmen. In das Portal eingemeißelt wurden versinnbildlichte Szenen von der Abteigründung, der Überführung der Heiligenreliquien ins Kloster (linke Türsäule), der Geburt und Kindheit Christi (rechte Türsäule). Auf dem Lünettenbild oberhalb des Türsturzes befinden sich Christus Pantokrator und die Symbole der Evangelisten.

 

DAS KIRCHENINNERE

Erhaben und eindrücklich: Das Kircheninnere ist durch verschiedenartige Pfeiler in drei Schiffe aufgeteilt und wird von einer Sparrendecke überwölbt. Alles läuft in Richtung des erhabenen Chorraums zusammen wo sich der Hauptalter befindet, welcher die Reliquien des Hl. Silvester beinhaltet und geschmückt ist mit den von Jacopo Silla de’ Longhi (1572) gemeißelten Zierplatten, die die Lebensabschnitte des Heiligen abbilden. Erwähnenswert: Taufbrunnen wiedererbaut aus Bruchstücken aus dem 8. – 12. Jahrhundert (5), die Statue des Heiligen Bernhard (18. Jh.) aus Terrakotta, die Orgel von Domenico Traeri (1743); im rechten Kirchenschiff das imposante Holzkreuz aus dem 14. Jahrhundert (7), ein Fresko mit Muttergottes und Jesuskind (15 Jh.) aus der Umgebung von Ferrara (8) und ein weiteres, aus der Schule der Erri, mit der Darstellung der Kreuzigung, der Verkündigung und einer Gruppe von Heiligen (9).

 

DIE KRYPTA

Es handelt sich um die größte Krypta in Europa, welche aus der romanischen Zeit stammt: Ein faszinierendes und eindrückliches Gewölbe gestützt von einem Säulenwald aus 64 Säulen mit verzierten Kapitalen (8. – 12. Jh.), beleuchtet in weichem Licht. Im mittleren Altar werden die Reliquien des heiligen Abteigründers und von anderen Heiligen aufbewahrt: Papst Hadrian III, die Jungfrauen Fosca und Anseride, die Märtyrer Senesio und Teopompo.

 

DIE APSIDEN

Wenn man die Kirche durch die Tür des rechten Schiffs verlässt und den schönen Säulengang aus dem 14. Jahrhundert (Teil des alten Klosterkreuzgangs) durchschreitet, gelangt man zum Abteigarten wo die prächtigen romanischen Apsiden (11) bestaunt werden können. Deren Eleganz ist geprägt von den Lisenen, welche eine Blendearkade stützen, den hängenden Bögen, dem zweibogigen Fenster (das Gegenstück zu demjenigen auf der Frontseite), Scheiben in denen einstmals die byzantinischen Teller, welche heute in den Museumsräumen zu finden sind, eingemauert waren.

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